Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert
16.06.202612:00
Unter dem Titel „Erinnerungskultur: Wie erinnern wir im 21. Jahrhundert?“ hat die YOUnesco-AG der Oberstufe am 10.06.2026 zu einem öffentlichen Diskussionsforum eingeladen. Zahlreiche Gäste aus Schule, Elternschaft, Stadtgesellschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Bildung und Zivilgesellschaft nahmen an der Veranstaltung teil.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus heute gestaltet und weitergetragen werden kann – insbesondere in einer Zeit, in der die Zahl der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen abnimmt und gleichzeitig antisemitische Vorfälle sowie geschichtsverzerrende Inhalte in sozialen Medien zunehmen.
Die Veranstaltung wurde von den Lehrkräften Madeleine Rohe und Philipp Kütemeier eröffnet, die die Arbeit der YOUnesco-AG vorstellten. Seit zwei Jahren beschäftigt sich die Gruppe intensiv mit der Geschichte des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Zwei Gedenkstättenfahrten nach Oświęcim sowie eine anschließende Ausstellung an der Schule bildeten die Grundlage für die inhaltliche Auseinandersetzung. „Die Erfahrung vor Ort hat unseren Blick auf Geschichte verändert und die Frage aufgeworfen, welche Bedeutung Erinnerung heute für unser Leben hat“, hieß es in der Eröffnungsrede.
Nach der Begrüßung übernahmen Moderator Wolfgang Seligmann sowie ein hochkarätig besetztes Podium die Diskussion. Prof. Dr. Sascha Feuchert, Dr. Kurt Grünberg, Dr. Martin Liepach und Wolfram Juretzek beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Es wurde deutlich, dass Erinnerungskultur kein abgeschlossenes Konzept ist, sondern sich stetig weiterentwickelt. Themen wie digitale Vermittlungsformen, schulische Bildungsarbeit, lokale Erinnerungsorte sowie die psychologischen Folgen von Traumata über Generationen hinweg standen im Mittelpunkt der Beiträge.
Der Abend endete mit einer offenen Fragerunde aus dem Publikum, die das große Interesse an der Thematik widerspiegelte. Viele Gäste betonten die Bedeutung solcher Veranstaltungen für die politische Bildung junger Menschen und den gesellschaftlichen Diskurs.




